Schiffsgeschichte
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Diesen Stückgutfrachter baute die Werft Brodogradiliste "3. Maj" (Bau Nr.: 465) in Rijeka, Jugoslawien für die Jugolinija (Jugoslavenska Linijska Plovidba), Rijeka. Unter dem Namen TREBINJE im August 1960 an die Eigner übergeben und in Dienst gestellt. Das Schiff führte die Jugoslawische Flagge und sein Heimathafen war Rijeka (Rufzeichen YTEG). Trebinje ist eine Stadt im südöstlichen Zipfel von Bosnien und Herzegowina.

Am 23.09.1967 auf der Reise von Rijeka nach Madras, beladen mit Roheisen, Baumwolle und Stückgut, brach 300 Meilen südöstlich von Durban ein Feuer im Maschinenraum aus (der Suez-Kanal wurde im Juni 1967 im Sechstagekrieg geschlossen und die Schiffe mussten um das Kap der Guten Hoffnung fahren). Der Maschinenraum und die Aufbauten brannten komplett aus. Die gesamte Crew musste das Schiff verlassen und nach einer stürmischen Nacht in den Booten, wurde sie anderntags vom niederländischen Frachter SCHIEKERK aufgenommen und in Durban an Land gegeben.  Leider fiel der niederländische Chief Officer bei der Rettungsaktion über Bord und ging in der aufgewühlten See verloren. Am 01.10.1967 wurde das treibende und verlassene Schiff durch den sowjetischen Frachter MYTISTCHI nach Tuléar (Toliara) im Süden von Madagaskar eingeschleppt. Als Totalverlust deklariert und von den sowjetischen Bergern bei Black Sea Steamship, Odessa registriert und später zum Löschen der Ladung nach Dakar geschleppt, wo das Schiff am 27.12.1967 eintraf und an Poul Christensen, Nakskov, Dänemark weiterverkauft wurde.

Anfangs 1968 weiter verkauft an Frangos Brothers & Co. Ltd. Piraeus, in KAPTASTAMATI umbenannt (Eigner: Efmariners Cia. S.A. Piraeus) und im griechischen Schiffsregister in Piraeus eingetragen (Rufzeichen: unbekannt). Am 03.04.1968 im Schlepp des Seeschleppers GRONINGEN aus Dakar ausgelaufen und am 20.04.1968 in Bilbao, Spanien zur Reparatur eingetroffen. Im Februar 1969 unter Bermuda Flagge für die Efmariners Co. Ltd. Hamilton, Bermuda wieder in Fahrt gekommen. Offizielle Nr.: 332651. Rufzeichen: ZCBZ. Neu vermessen mit: BRT: 10'276, NRT: 5'985, DWT: 13'550.

In 1971 erwarb Keller Shipping Basel den griechischen Frachter und registrierte ihn am 09.11.1971 unter Schweizer Flagge mit dem Namen CHAMPEX. Eigner Firma: Compagnie de Navigation Transocéanique Suisse S.A., Genève (Register Nr.: 86 / Rufzeichen: HBFQ). Champex ist ein kleines Walliser Feriendorf, ungefähr 15 km südlich von Martigny. Es liegt idyllisch an einem kleinen Bergsee und hat eine alte Artilleriefestung zum Schutze der Passstrasse zum Grossen Sankt Bernhard (jetzt Museum).

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Für die Nautilus-Line fuhr die CHAMPEX ab Genua nach Westafrika. Die Besatzung bestand aus Italienern, Jugoslawen, Spaniern und Schweizern. Ab den späten 60er Jahren nahm Keller Shipping auch gute Leute von den Kroo-boys aus Freetown, Sierra Leone und integrierte sie in die reguläre Schiffbesatzung.

In 1983 verkaufte Keller Shipping die CHAMPEX an Brave Lion Marine Ltd. Valletta und am 09.08.1983 wurde die Schweizer Flagge eingeholt und das Schiff dem neuen Eigner übergeben. Ohne Umbenennung unter Maltesischer Flagge in Valletta registriert. Offizielle Nr.: 0868. Rufzeichen 9KMO.

Im gleichen Jahr weiterverkauft zum Verschrotten an Khanbhai Esoofbhai. Das Schiff wurde am 25.10.1983 in Alang, Indien bei der Abwrackfirma Bhai, Yusuf Bhai & Co. Khan auf den Strand gesetzt.

SwissShips HPS, MB Juli 2021

Quellen:

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