Schiffsgeschichte
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Dieser kleine Massengutfrachter mit Ladebäumen wurde als VIRANA für eine Norwegische Reederei von der bekannten Britischen Bauwerft Short Brothers Ltd. in Pallion, einem Vorort von Sunderland am südlichen Ufer des Flusses Wear gebaut. Das Schiff mit der Baunummer 535 wurde am 14.04.1961 von Stapel gelassen und im Herbst des gleichen Jahrs an seine Eigner Skibs A/S Eidsiva, Oslo und Sverre Ditlev-Simonsen & Co., Oslo zur Bereederung übergeben. Es wurde unter norwegischer Flagge registriert (Lloyds Register / IMO Nr. 5381588, Rufzeichen: JXPI, GRT: 12'466, NRT: 7003, DWT: 18'715 metrischen Tonnen).

In 1967 wurde das Schiff zu einem gemeldeten Preis von £ 725'000 an Panvia Compania Naviera SA, Monrovia verkauft, die Manager waren M. Marcou Shipping Co. Ltd., London. Es fuhr nun unter der Flagge von Liberia und wurde in MARCO BOTZARIS umbenannt (Register Nr. 2840, Rufzeichen: ELEJ).

In 1976 wurde der Frachter von Eucharis Shipping Corp. Monrovia gekauft, das Management von M. Marcou Shipping Co. Ltd., London ausgeführt. Das Schiff wurde auf ARC umbenannt und ein Jahr später, 1977 unter dem gleichen Namen ins griechische Schiffsregister übertragen mit Heimathafen Piraeus (Register Nr. 6476, Rufzeichen: SXTU).

Am 02.01.1980 im Hafen von Manzanillo, Mexico (Pazifikküste) brach im Maschinenraum Feuer aus. Durch diesen Brand entstand erheblicher Schaden und in der Folge wurde das Schiff an Audacity Maritime Corp., Piraeus verkauft und in MARTIS umbenannt. Der Betrieb des Schiffes oblag nun Naval Engineering Dynamics Ltd., Piraeus. Am 15.03.1980 verlies die MARTIS im Schlepp des Bergungschleppers "Englishman" Manzanillo mit Kurs auf Piraeus, wo sie am 27.05.1980 zur Reparatur ankam.

Das Schiff wurde 1982 von Mediterranean Sky Navigation Ltd., Panama angekauft und fuhr nun unter der Flagge von Panama als MARTIN'S (Register Nr. 10929-PG, Rufzeichen: HPMZ). Die Bereederung wurde an STL Ship & Trade Management Ltd., in Genf übertragen und das Schiff in Agadir, Marokko übernommen. Die gesamte Besatzung von 24 Mann stammte von den Philippinen und das Schiff fuhr hauptsächlich im Zementhandel von Seapako, Genf.

Die MARTIN'S hatte 6 Laderäume und 6 Ladeluken, das Ladegeschirr bestand aus 6 Paar Ladebäumen von je 5.0 metrischen Tonnen Tragfähigkeit. Sie war 161.63 m lang und war 21.3 m breit.

Das Einschraubenschiff hatte eine interessante Hauptmaschine, ein direkt gekoppelter, langsam laufender, 2-takt, 6-zylinder Gegenkolbenmotor (opposed piston engine), entworfen von Burmeister & Wain und gebaut von John G. Kincaid in Greenock, Schottland (in der Nähe von Glasgow), Hersteller von B&W-Dieselmotoren unter Sublizenz von Harland & Wolff Ltd., Belfast. Der Durchmesser des Hauptkolbens (der untere Kolben der über den Kreuzkopf direkt auf die Kurbelwelle wirkte) betrug 620 mm und der Hub betrug 1400 mm. Der obere Kolben (in Englisch auch "exhaust piston" Abgaskolben genannt) hatte einen Durchmesser von 622 mm, der Hub betrug jedoch nur 470 mm (ein Drittel des Hauptkolbens) und er arbeitete über Transmissionsstangen auf die beiden seitlichen Kreuzköpfe und die Kurbelwelle. Der untere Hauptkolben steuerte die Spülluftschlitze und der obere Abgaskolben öffnete und schloss die Auspuffschlitze. Die Maschine hatte zwei Abgasturbolader von Napier, die nach dem Gleichdruckprinzip arbeiteten. Für die Langsamfahrt war noch ein elektrisches Gebläse eingebaut. Die Maschine wurde mit Schweröl betrieben und die normale Leistung betrug 5900 PS bei 120 U/min (Max. Leistung 6500 PS bei 123,5 U/min).

Das Schiff wurde Anfangs 1984 zum Abwracken an Metal Scrap Trade Corp., Indien verkauft und traf am 08.02.1984 in Karwar, Indien ein (an der Westküste, südlich von Goa).

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