Schiffsgeschichte
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Das Schiff wurde als das erste Schiff für die Griechischen Auftraggeber in Japan gebaut, von einer Serie von 8 gleichen Massengut Frachter (Bulkcarriers), die bestellt wurden.

Die NEPTUNIA wurde als THEODORE in Auftrag gegeben und erst später von den Eignern umbenannt. Das Schiff wurde unter der Baunummer 802 von NKK, Nippon Kokan Kabushiki Kaisha in deren Werft Tsurumi Shipyard in Yokohama gebaut. Der Kiel wurde im Herbst 1964 gelegt, der Stapellauf war im Dezember 1964 und die Ablieferung an die Eigner Neptunia Inc., Monrovia erfolgte im Februar 1965. Die THEODORE war unter Liberianischer Flagge registriert mit Heimathafen Monrovia (Lloyd's Register Nr.: 6506836, Register Nr.: 2188, Rufzeichen: 6ZEK). Das Schiff wurde für das kommerzielle und technische Management an Metrofin Ltd., Zürich übergeben.

Der Massengutfrachter war ein "Panamax" (Maximum Grösse um die Schleusen des Panamakanals zu passieren) und hatte eine Tonnage von 27'959 BRT und 20'633 NRT (Liberianische Tonnage). Die Schiffsdimensionen waren 226.40 m totale Länge, 31.20 m Breite. Das Schiff war in 7 Laderäume unterteilt und hatte 12 Ladeluken (alle Laderäume hatten 2 Luken, ausser Raum Nr. 1 und Raum Nr. 4, der Lade/Ballastraum). Das Schiff hatte eine DWT (dead weight tons) von 57'357 metrischen Tonnen bei einem Sommertiefgang von 12.26 m, das heisst ungefähr 1250 metrische Tonnen durchschnittlich weniger als die nachfolgenden Schiffe. Ein anderes, besonderes Merkmal waren die Seitengänge auf dem Hauptdeck, die anderen Schiffe hatten das Deckhaus rausgebaut bis zur Seite des Schiffes.

Die Hauptmaschine der THEODORE war ein langsamlaufender, Zweitakt, Kreuzkopfmotor von Sulzer, Typ: 8RD90 (Zylinderdurchmesser 900 mm), gebaut unter Lizenz bei Uraga in Tamashima, Japan. Die 8-Zylinder, aufgeladene Maschine hatte eine Leistung von Maximum 17'600 PS bei 119 U/min und war direkt gekuppelt an einen Festpropeller. Die Geschwindigkeit betrug ungefähr 15.25 Knoten.

Im Jahr 1974 wurde die THEODORE auf NEPTUNIA umbenannt, jedoch Eigener und Manager blieben die Gleichen. Auch die Registrierung, sowie die Register Nummer und das Rufzeichen wurde beibehalten.

Am Anfang war die Mannschaft auf den Liberianisch geflaggten Schiffen von Pakistan und die Offiziere waren von Europa, meistens aus der Bundesrepublik Deutschland. Einige Schweizer Seeleute, meistens in der Maschine und Decksoffiziere und Maschinisten aus Jugoslawien, sowie Funker aus Grossbritannien, Irland oder Polen fuhren auch auf diesen Schiffen. Die Kapitäne waren normalerweise Deutsche, jedoch ein Schweizer und einige Jugoslawen hatten auch ein Kommando. Die einzige Ausnahme von diesem System war die Griechisch registrierte CHRISTITSA, die immer eine Griechische Besatzung hatte.

Einige Versuche mit Mannschaften aus der Volkrepublik China wurden auch unternommen, jedoch waren diese Bemühungen zu jener Zeit nicht sehr erfolgreich. In den Siebziger Jahren wurden die Pakistanischen Mannschaften durch Philippinos ersetzt, auch die Dritten und Vierten Maschinisten waren meistens auch aus den Philippinen. 

Im Vergleich zu heute waren die Wohnverhältnisse an Bord eher bescheiden. Ausser in der Mannschafts- und in der Offiziersmesse gab es keine Klimaanlage an Bord. Die Mannschaft hatte Einzelkabinen, konnten jedoch nur gemeinsame Wasch- und Toilettenräume benutzen. Nur der Kapitän, der Leitende Ingenieur und der Erste Offizier hatten das Privileg eines privaten Duschraumes, die andern Offiziere mussten sich jeweils eine Dusche zwischen zwei Kabinen teilen. Anfangs war noch ein Koch für die Offiziere und ein Koch für die asiatische Mannschaft, aber dies wurde schon früh abgeschafft und die Verpflegung war nachher für alle mehr oder weniger gleich (jedoch hatten die Philippinos immer ihr Reis morgens, mittags und abends und die Deutschen ihre Salzkartoffeln)

Gegen Ende des Jahres 1985 wurde die NEPTUNIA zum Abwracken nach China verkauft. Von Kobe herkommend, lief sie am 31.10.1985 in Shanghai ein.